14. April, 5416m
Wir haben es geschafft! 5416 Höhenmeter!
Der Tag, über den wir in den letzten Monaten soviel nachgedacht und gesprochen haben.
Nach 10 Tagen, ~ 150 km Wegstrecke, ~ 9 km Aufstieg und ~ 6 km Abstieg, waren wir heute auf dem Thorong La, dem höchsten begehbaren Pass der Welt.
Es war sooo hart.
4 Uhr aufstehen. Nach einem langen Beratungsgespräch mit dem Lodgebesitzer beschließen wir, trotz weiterhin bestehender leichter Symptome der Höhenkrankheit, den Aufstieg zu wagen. Er sagt, sollte es in 1h nicht besser sein, sollen wir wieder absteigen.
Dancing hört auf seinen Mentor Sir Hillary und trennt sich schweren Herzens und nach langem Drängen von seinem Schirm. Auch anderes Gepäck wird von den Leistungsschwacheren auf die Leistungsstärkeren verteilt.
5 Uhr Aufbruch. Es geht extrem steil und noch langsamer als Schneckengeschwindigkeit bergauf.
Wir tragen alle unsere Kleidungsstücke und trotzdem ist es arschkalt.
Tatsächlich bessern sich die Beschwerden und wir steigen weiter auf. Die Sonne kommt raus und es wird wärmer. Heute stapfen wir über große Schneefelder. Nepalesen mit Pferden bringen höhenerkrankte oder faule Touristen auf den Pass oder wieder runter.
Wir bewegen uns ganz, ganz langsam. Dann kommen sie wieder, die Symptome. Kopfschmerzen, Schwindel. Es fühlt sich an wie Fieber. Sir Hillary fühlt sich, als ob eine 120kg-Frau auf seinem Kopf sitzt.
Wir stapfen Schritt für Schritt. Kein Ziel in Sicht und die Symptome werden immer schlimmer.
Wir sehen eine schwer höhenerkrankte Japanerin.
Mit letzter Kraft erreichen wir gegen Mittag den Pass. Mehr in Trance als bewusst.
Ein emotionaler Moment.
Die Anspannung, die Aufregung, die kräftezerrenden Tage, all das fällt von uns ab. Wir machen Fotos und hinterlassen Andenken.
Lange halten wir uns aber nicht auf. Wir wollen schnellstmöglich wieder runter. Uns soll es wieder besser gehen. Es folgen 1700! Höhenmeter Abstieg. Immer wieder sehen wir Leute denen es nicht gut geht und die taumelnd gestützt werden müssen.
Gegen 18 Uhr erreichen wir Muktinath. Selten haben wir uns so auf das Erreichen eines Ortes gefreut. Muktinath – welch wohlklingender Name.
Ein paar Hindus erkennen sofort unser positives Karma und wollen Fotos mit uns machen.
Muktinath ist eine schöne Stadt. Sympathisch. Hier fühlen wir uns gleich wohl.




Meinen allergrößten Respekt!!! Und herzlichen Glückwunsch zur Pass Überquerung... Ihr seit die wahrscheinlich höchsten Ilmenauer aller Zeiten... Es sieht so atemberaubend aus auf euren Fotos. Nur die Schwierigkeiten sieht man darauf nicht. Aber ich ahne wie es euch geht. Hoffe es geht euch bald wieder besser... Kommt wieder gut runter... Bis die Tage M.
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