Montag, 10. April 2017

Braga

10. April
Nobel-Lodge. Eigenes Hinsetz-Klo und mit Brokat bestickte Vorhänge. Wir leben wie Gott in Frankreich. Im Aufenthaltsraum sitzen wir zusammen mit Franzosen und Engländern fröstelnd um den kalten Ofen. 3 mal versuchen die Lodge-Besitzer vergeblich den Ofen anzumachen. Mehr als eine Kohlenmonoxidvergiftung kommt nicht dabei raus. Dann kommen 2 Thüringer (Sir Hillary und der Damei Lala) und bringen endlich Wärme in die gute Stube.
Über das eigene Klo sind wir froh, man muss in der Nacht nun häufiger.

Am Morgen wieder Sonnenschein. Der Boden ist gefroren. Wir haben uns gestern in der Sonne unsere Näschen, Öhrchen, Bäckchen, Beinchen und Händchen verbrannt. Dancing ist nun mit zwei lustigen, sonnencremegetränkten Clowns unterwegs.
Der redegewaltige Ozean des Wissens führt uns sicher nach Mungji. Wir nehmen ein zweites Frühstück bei einer netten alten Frau, die sich über unseren Besuch sichtlich freut.
Weiter geht's. Mehr als eine Ortschaft weiter schaffen wir es nicht. Wir lassen uns zu einem Stück Kuchen hinreißen. Uns gefällt es hier.
Die Unterkünfte der letzten Tage waren alle umsonst. Heute schwelgen wir im Luxus und gönnen uns ein Luxuszimmer mit Western Toilet, Dusche und extra großem Vorhängeschloss für 1,50€.
Wir machen einen Shoppingausflug nach Manang und kaufen eine kleine Rolle Klopapier.
Morgen ist unser Akklimatisierungstag.

Briefkasten?

 

Sonntag, 9. April 2017

Sprachlos am Annapurna II

9. April, 3700m
Der Damei Lala nächtigt diese Nacht standesgemäß alleine in einem 3-Bettzimmer. Er wählt jenes der 3 verfügbaren Betten für sich aus, bei welchem die ständige Präsenz des Swargat Wari, dem heiligen Berg der Buddhisten, am spürbarsten ist.
Es wird empfindlich kalt draußen. Knapp über dem Gefrierpunkt. Ob wir in unserem Lodgezimmer das Fenster auf oder zu machen, ist egal. Fingerbreite Spalten schmücken die Fensterrahmen.
Wir bringen dem Damei Lala Knack bei und verjagen Chinesen, die sich nicht zu benehmen wissen. Wie immer geht es früh zu Bett.

Als am Morgen die Sonne über die Berge steigt, ist es einfach herrlich.
Annapurna II, der höchste 7000er (7937m) in Nepal, begleitet uns den ganzen Tag. Ein unbeschreiblicher Anblick. Immer wieder erschrecken wir (im positiven Sinne), ob der riesigen, imposanten, weißen Erhebung.
Wie ein überdimensionales Poster, unwirklich und doch real. Ein vorbeiziehender Hubschrauber vor dem Berg ist klein wie ein Floh und verdeutlicht nochmal die Dimensionen.
Im Schatten dieses Berges wirkt und wird selbst Sir Hillary kleinlaut!
Extrem steil und im Schneckentempo geht es bergauf. Man schwitzt kaum noch, dafür löst jede unbedachte, schnelle Bewegung Atemnot aus. Immer wieder halten wir inne, können uns nicht satt sehen.
Oben angekommen gibt es Mittag bei einem Panorama, das wir so schnell nicht wieder vergessen werden. So weit das Auge reicht, schneebedeckte Berge vor strahlend blauem Himmel.
Ein Pferd steigt die steilen Treppen zu unserer Terrasse empor und leistet uns Gesellschaft.

Nicht weniger imposant wird der Rest des heutigen Weges.
Am Ende stranden wir in Ngawal und geben uns, mal ohne Rucksack, noch einen Aufstieg auf 3800m zu einer Chörte...

Samstag, 8. April 2017

Prinzessin auf der Erbse

Bilder #1

Bilder gehen hier nur ganz schwer raus und Bilder von 1 Fotoapparat überhaupt garnicht.
Wir sind in Nepal!

Pisang

8. April, 3300m
In unserer Lodge gibt es seit 3 Tagen keinen Strom. Dank unserer Glücksschals kehrt er aber bei unserer Ankunft plötzlich zurück.
Sir Hillary darf sich heute mit dem Ozean des Wissens, dem Damei Lala, das Nachtlager teilen.
Am nächsten Morgen strahlend blauer Himmel. Die Stimmung ist bestens. Gestern noch von Regenwolken verdeckt, erhebt sich direkt vor uns eine riesige beeindruckende weiße Wand. Wow!
Heute schalten wir 2 Gänge zurück.
Wir wollen uns nach dem Namen eines vor uns liegenden riesigen Berges erkundigen. „Dies ist kein Berg, sondern ein Hügel", bekommen wir zur Antwort. In Nepal haben alle Berge unter 7000m Höhe keinen Namen und gelten als Hügel.
Vorbei an riesigen Apfelplantagen nähern wir uns langsam der 3000m-Marke.
Große Gletscher säumen den Weg. Tosend und furchteinflößend geht eine riesige Steinlawine aus 5000m Höhe direkt vor unseren Augen vom Swargat Wari hernieder.
Immer wieder sehen wir nepalesische Träger mit dünnen Ärmchen, die das 2-3fache unseres Gepäcks für die Touristen schleppen.
Plötzlich bemerken wir, dass wir bereits auf 3100m Höhe sind. Zur Feier des Tages gibt es Porridge.
Die Landschaft ändert wiedermal ihr Aussehen. Es erinnert uns an Bilder aus Alaska.
Wir erreichen unser Tagesziel Upper Pisang und schauen der Dorfbevölkerung beim Bogenschießen zu.
Dann steigen wir nach Lower Pisang ab und beziehen die erstbeste Lodge.

Original

The North Face-Jacken sind nur echt, wenn auf beiden Seiten das Logo ist.

Freitag, 7. April 2017

Messi

7. April, 2600m
Dancing hat Schlafstörungen. Der Damei Lala sagt, er hat das immer wenn sich eine Frauengeschichte anbahnt. Hm, wertvolle Information.
Dancing bleibt noch liegen. Sir Hillary und Lala gehen in den Speisesaal vom Vorabend zum Frühstück. Es gibt tibetanisches Brot.
Zum Abschied bekommen die 3 noch einen Glücksschal geschenkt. Beim Verlassen von Odar werden wir vom halben Dorf freundlich verabschiedet. Demnächst zu sehen in einer Arte-Doku.
Auf den Eisriesen sehen wir Schneestürme, während wir bei 20 Grad in kurzen Sachen weiter marschieren. Wir reichen einem Zähneputzenden Nepalesen (noch) etwas Zahnpasta.
Zweites Frühstück. Dancing wird mit Lionel Messi verwechselt. Wir stellen fest, dass bis auf Aussehen, Körpergröße, Haarfarbe und fussballerisches Können echt Ähnlichkeit besteht.
Der Damei Lala verschenkt Sonnencreme. Die beiden alten Nepalesen strahlen wie kleine Kinder mit ihren weiß gecremten Gesichtern.
Die Landschaft ändert sich und erinnert an Regenwälder. Blühende Rhododendronbäume, Orchideen und fleischfressende Pflanzen. Sir Hillary ist in seinem Element.
Wir verlaufen uns, büßen dadurch eine Stunde ein, bewahren aber andere Trekker vor dem selben Fehler.
Unterwegs treffen wir auf Heike und Kay. Sie ziehen lässig an uns vorbei.
Es fängt an zu regnen und will auch nicht wieder aufhören. Wir stärken uns mit einer Portion Porridge und einem Masala Tee. Bei der älteren Dame riecht, schmeckt und ist es wie früher bei Oma Maria. Kindheitserinnerungen.
Weiter geht's. Eine Unterkunft ist schnell gefunden. Wir hoffen auf besseres Wetter. Immerhin knacken wir morgen die 3000m-Marke.

Mittelalter

6. April
Odar, abgelegen und vom Tourismus weitestgehend unberührt, verschlägt uns die Sprache. Hier sieht es wirklich aus wie man sich das Mittelalter vorstellt. Die Gassen, die Häuser und teilweise auch die Menschen. Sofort steht eine Traube Einheimischer bei uns. Die Verständigung ist schwierig. Dann komm Biggi, ein dicklicher junger Kerl mit Zopf und Soundbox in der Hand.
Er spricht englisch und bringt uns zu unserer Unterkunft, einem Bretterverschlag mit Holzpritschen, hoch oben auf den Behausungen der Eingeborenen.
Da stehen wir nun. Alle sind wieder verschwunden. Wir irren durch das Dorf und fühlen uns wieder wie in einer Arte-Doku. Ein Ambiente wie im Film „Der Name der Rose".
Wir klettern auf einen Berg mit Gebetsfahnen und tollem Rundumblick.
Dann werden wir zum Tee gerufen. Der Rufer ist allerdings schon wieder verschwunden. Erneut irren wir umher.
Dann kommt das bisher surrealste Erlebnis dieser Reise. Wir entdecken den Rufer in einem Hinterraum. Es stehen Schuhe davor.
Wir betreten vorsichtig den Raum durch ein Loch in der Wand. Rauch beißt in den Augen. Ein offenes Feuer, ein Loch in der Decke als Rauchabzug, Fußboden und Wände aus Lehm. Es ist dunkel, nur das Feuer und eine 1 Watt-Glühbirne spenden etwas Licht. Keine Fenster. Die Decke, schwarz verrusste, runde Holzbalken. An den Wänden Holzregale mit großen Töpfen.
Der Rufer sitzt auf dem Boden und hantiert am Feuer und mit Töpfen herum. Wir setzen uns auf Decken am Boden zu ihm. Er nimmt uns kaum wahr. Wir sind fasziniert. Hier, in diesem Speisesaal, werden wir heute also dinieren. An der Decke tummeln sich Schaben im Licht der 1 Watt-Birne.
Unser Gastgeber bereitet uns Tee zu. Ein alter Mann (80-100 Jahre alt) kommt wortlos herein und setzt sich ans Feuer. Er nimmt keine Notiz von uns.
Unser Gastgeber fängt an das Essen zuzubereiten. Beeindruckend mit welcher Ruhe er dies tut.
Der Damei Lala möchte sich unbedingt auf nepalesisch lobend über den Tee äußern und bekommt sogleich eilig eine heiße Tasse Wasser gebracht. Hm, Verständigungsschwierigkeiten.
Weitere Personen betreten den Raum. Ein sichtlich Betrunkener und die Frau des Gastgebers. Der Betrunkene versucht immer wieder sich mit uns zu unterhalten. Vergeblich. Die Frau hilft ihrem Mann bei der Essenszubereitug.
Das Ganze dauert bestimmt 1,5h. Es gibt Dhal Bhat, das nepalesische Nationalgericht, mit Pilzen. Die an der Decke hängenden Fleischbeilagen lehnen wir dankend ab.
Wir hauen uns die Bäuche voll. Sir Hillary nutzt dafür die rechte Hand. Ständig gibt es Nachschlag. Wir platzen bald und lehnen ständig dankend ab. Es ist sehr lecker.
Dann wird nach dem Frühstück gefragt, bevor wir uns vollgefressen und von den Eindrücken gefesselt auf unsere Holzpritschen betten.

Der Weg nach Odar

6. April, 2150m Höhe
Anstrengender Tag. 25km und über 1000 Höhenmeter.
Es geht auf der sogenannten Jeep-Strecke (eine Strecke die erst in den letzten Jahren zusätzlich zur alten Route angelegt wurde) serpentinenartig lange steil bergauf, nur um oben wieder abzusteigen. Wir verlassen die Jeep-Strecke und kraxeln viele steile Felsstufen bergauf.
Sir Hillary sieht Affen. Kann aber auch das Local Beer gewesen sein. Wir kommen wieder durch abgelegene Bergdörfer, schauen Korbflechtern und einer Frau beim popeln zu. Der Aufforderung des Damei Lala, das Popeln zu unterlassen, kommt sie nicht nach. Sie grüßt aber freundlich mit Namaste.
Wir verpassen blöderweise einen Abzweig der ursprünglichen Strecke und laufen viele Kilometer der Jeep-Strecke entlang (dies wollten wir eigentlich nicht schreiben, weil wir ja den Harten raushängen lassen wollen).
Eidechsen, Schmetterlinge, Ziegen, Hunde, Kühe und Hühner kreuzen unseren Weg oder begleiten uns. Herrchen, Leinen oder Umzäunungen gibt es hier nicht. Alle Tiere sind frei.
Die nächste Hängebrücke ist uns und - zack – sind wir wieder auf der richtigen Strecke.
Am Ende fängt es an zu regnen. Wir weichen von der Hauptroute ab und kämpfen uns 845 Felsstufen empor nach Odar.
Mittelalter…

Local Beer-Nachtrag zum 5. April

In den Reiseführern steht, Finger weg in Nepal von Local Beer und Local Wine.
Dies ist vermutlich der Grund weshalb der Braumeister des von uns georderten Local Beers freudestrahlend auf uns zu kommt und sein Gebräu anpreist.
Das Beer, was uns eher an Federweißer erinnert, wird wohl aus Mais und Getreide hergestellt. Der Braumeister zeigt uns sein „Braustübchen" und lässt uns auch von seinem Local Wine kosten. Huijujui, astreiner Obstler. Wir unterhalten uns den ganzen Abend, er gibt uns Tipps gegen die Höhenkrankheit und erzählt uns viel über sein Leben.
Am Ende schenkt er uns Yartsa Gunbu. Etwas, was gleichzeitig Tier und Pflanze ist, in Nepal in Höhen von 4000-5000m Höhe "wächst" und ein seltenes und begehrtes Aufputschmittel ist. Das „Gold" der Annapurna-Region, halb Pilz – halb Raupe, wird für viel Geld gehandelt. Ein toller Abend.

Mittwoch, 5. April 2017

Wanderlust

5. April, 1400m.

Petras Geburtstag.
Dancing und der Damei Lala machen erste Erfahrungen mit den hiesigen Toilets und müssen noch an der Treffsicherheit sowie dem anschließenden Reinigungsvorgang arbeiten.
Nach einigen Kilometern kommen wir in (für westliche Verhältnisse) sehr ärmliche Dörfer mit Wellblechhütten und glücklich und zufrieden wirkenden Bewohnern. Es erinnert uns an abgelegene Indianerstämme aus Arte-Dokus. Das ortsansässige Hilton Hotel ist weltweit vielleicht das einzige aus Wellblech. Wir machen Rast und probieren uns kurz als nepalesischer Träger aus. Der über 70-jährige Träger des Tierfutters amüsiert sich prächtig.
Uns fällt auf, dass die Bergdorfbewohner trotz der ärmlichen Behausungen stets akkurat und fast europäisch gekleidet und frisiert sind.
Steil geht es dann bergauf. Oben angekommen werden unsere Trekking-Permits an einer „Polizei Station", an der es auch "Icecold Drinks" gibt, kontrolliert. Extrem steil geht es wieder bergab. Hier sind die Wanderwege nicht wie in Deutschland. Meist klettern wir felsigen Steinpfaden entlang. Mehrfach überqueren wir riesigen Hängebrücken. Man sagt, die ersten Wasserfälle fotografiert man noch, die restlichen 1000 dann nicht mehr. Wir fotografieren ALLE.
In einem Bergdorf verschenken wir Luftballons an Kinder. Rotköpfig versuchen sie diese aufzublasen und füllen sie letztendlich mit Wasser um sich vollzuspritzen.
Abschließend landen wir in einer netten Unterkunft, probieren mutig das Local Beer und hoffen, dass wir nicht erblinden...

Rollentausch

 

 

Volle Pulle nach Bhulbhule

4. April, 840m Höhe

5 Uhr aufstehen.
Man stelle sich die schlimmste Straße oder Buckelpiste, den schlimmsten Feldweg vor, multipliziere mit 3 und man erhält eine ungefähre Vorstellung von unserer 6-stündigen Busfahrt nach Besisahar. Wildwasserrafting ohne Wasser.
Da bekommt die Foltermethode „Rädern" eine völlig neue Bedeutung.
Beim einsteigen in den Bus setzt sich Dancing in etwas Nasses. Es könnte auch nur Wasser gewesen sein...
Auf dem Weg aus der Großstadt sehen wir viele werktätige Menschen. Die meisten gehen der Tätigkeit Rumstehen oder Rumsitzen nach. Beneidenswert.
Die Musik im Bus lädt zum tanzen ein. Kurzer Stopp an der „Urine Hall".
Langsam verschwindet der Smog und es wird grüner. Weniger Chaos, Müll und Lärm.
Die Fahrt zehrt an den Nerven. Schlafen unmöglich. Teilweise springen wir einen halben Meter in die Höhe durch die Schlaglöcher.
Bei einer Rast knüpft der Damei Lala geschäftliche Kontakte. Demnächst gibt es Glasschreibtische in Nepal. Nur der Transport wird schwierig.
In Besisahar angekommen stärken wir uns, bevor es zu Fuß weiter geht. Hier startet unsere Trekking-Tour: Die Annapurna-Umrundung.
Wir gehen entlang eines Tales, überqueren die erste riesige Hängebrücke und gelangen in kleine abgelegene Orte. Immer wieder kommen uns freudestrahlend kleine Kinder entgegen gerannt, rufen Namaste, weisen uns den Weg oder wollen fotografiert werden.
Dann plötzlich ist es soweit. Hinter einer Kurve erblicken wir den ersten Schneeriesen. Etwas wolkenverhangen verbirgt er noch seine ganze Größe.
Wir landen schließlich in Bhulbhule in einer Lodge, die man in Deutschland wohl als Scheune bezeichnen würde.
Sir Hillary und der Damei Lala stellen sich sogleich zusammen und nackt unter eine Fake-Dusche, bevor sie zur richtigen Dusche wechseln.
Später sitzen wir auf der Terrasse und genießen erneut den Anblick auf den ersten Schneeriesen.

Dienstag, 4. April 2017

Imbiss unterwegs

 

 

True Kathmandu

Wie soll man Kathmandu beschreiben? Schwierig. Dem deutschen Wortschatz fehlt es an Begrifflichkeiten dafür. Chaos, laut, dreckig und trotzdem friedlich und unaufdringlich. Man steht da, glotzt und fragt sich wie das so alles funktioniert.
Aber von vorn. Wir starten mit einem idyllischen Frühstück im schönen Innenhof unserer Herberge.
Dann geben wir uns die volle Breitseite Kathmandu und latschen zur Boudha Stupa.
Wir stellen auf Mundatmung um. Mundschutz ist hier mittlerweile ein modisches Accessoire.
Am Wegesrand Hanfpflanzen. Baustellen mit akrobatisch veranlagten Bauarbeitern in Plastefolieschutzkleidung. Vor den völlig verdreckten Geschäften wird gekehrt. Ein Kampf gegen Windmühlen. Stupatempelbesichtigung.
Beim Geldwechsel fühlen wir uns sicher. Der Mann mit der Pumpgun fotokopiert unseren Reisepass. Wir tauschen Scheine gegen Bündel.
Nachzählen der Bündel ist unmöglich.
Mit dem Taxi geht's dann in die Innenstadt. Autoscooter, bloß ohne Mütze wegnehmen (Grüße ans Mäba). Aufregend wie gestern schon, aber heute sind wir schon etwas cooler.
Hier wird das Hakenkreuz auch gerne mal von einem Davidstern umrahmt.
Angekommen. Scheiße, Passfotos vergessen. Die nepalesische Bürokratie steht auf Passfotos.
Auf zum sexy Fotoshooting. Wir holen uns die Erlaubnisse fürs Trekking. Irgendwie erinnert uns das an einen Asterix-Film. Wir brauchen den Passierschein A38.
Dann geht's zum Shopping.
Wir feilschen wie die Profis und gehen doch als Verlierer vom Platz. Fühlen uns aber wie Gewinner und haben mächtig Spaß. Lucky Price für alle.
Wir lernen Luis kennen. Ein deutscher, junger Aussteigertyp, der sich von oben bis unten neu einkleidet.
Lecker Dahl Bhat bei Stromausfall und Unwetter.
Dann noch SIM-Karte besorgen. Auch dafür benötigt man ein Passfoto. Das Sechste insgesamt.
Zurück in der Unterkunft hilft uns Everest-Bier das Erlebte und diesen aufregenden Tag zu verarbeiten.

Sonntag, 2. April 2017

Kathmandu

Flug nach Kathmandu. Teilweise ein wenig turbulent, zieht er sich hin. Doch man sitzt nebeneinander. Erste Luftbilder von Kathmandu erinnern an s/w-Aufnahmen aus Berlin 1945.
Dancing bringt mit seiner Fußbremskraftverstärkung den Flieger alleine zum stehen.
Dann bricht Panik aus. Eile ist geboten um schnell an das nepalesische Visa zu gelangen. Wir schaffen es in 2h. Dank unserer Schnelligkeit stehen noch 5 Leute hinter uns. Der Rest vor uns. Puh, manchmal muss man eben auch Glück haben. 2h anstehen für einen gelben Wisch mit unseren Vornamen drauf.
Unsere Rucksäcke liegen einsam und verwahrlost herum. Die Sicherheitskontrolle übersteigt sämtliche deutschen Standards. Der Metalldetektor MUSS piepsen. Oder auch nicht? Egal.
Man verlässt das Flughafengebäude.
Noch immer auf diesem Planeten, befinden wir uns doch in einer anderen Welt.
Vor 1,5h hatte man ein Taxidate. Draußen werden viele Schilder hochgehobenen. Auf einem steht doch tatsächlich Dancings Name. Ja, man hat auf uns gewartet.
Nun folgt etwas, was man nicht beschreiben kann. Wir nennen es mal „Auto fahren". Doch diese Tätigkeit hier, hat nichts, aber auch rein garnichts mit einer Autofahrt in Deutschland gemein. Ein paar Regel:

  1. Dauerhupen (Licht sowie Horn)
  2. Keine Angst
  3. Fahrseiten oder Straßen gibt es nicht, jeder fährt wo Platz ist und Platz gibt es nicht
  4. Kühen ausweichen
  5. Bei Schlaglöchern Gas geben (also immer)
  6. Auch an der engsten Stelle ist noch Platz für 4 Autos, 2 Kühe, 10 Fußgänger, 1 Bus und 45 Motorräder
Angekommen klopft man dem Fahrer anerkennend auf die Schulter. Er ist sichtlich stolz. Alle haben überlebt.
Die Mädels und Hunde unserer Unterkunft begrüßen uns freudig.
Später, beim Abendessen (Dhal Bhat und Momos), helfen wir einer jungen Angestellten bei ihren Deutsch-Hausaufgaben.
Sie serviert uns dafür ein Everest-Bier. Prost.
Wo bleibt nur der Damei Lala?

Abu Dhabi

Lagerkoller. Man sitzt getrennt.
Dem Weltenbummler werden Decken und Nackenkissen gereicht.
Unsanft wird Dancing zum Diner geweckt.
Sir Hillary macht indes neue Bekanntschaften. Die aufkeimende Freundschaft scheitert allerdings an Camp David und ACDC.
Abu Dhabi erscheint wie eine Fata Morgana bereits in der Ferne. Baukastenlandschaft soweit das Auge reicht.
Sanfte Landung. Menschen über Menschen.
Dancing ist mit seinen blonden Haaren hier der Elefantenmensch. Er spürt die Blicke auf seinem Haupthaar.
Warten auf den Anschlussflug…

Hola Chica

Schock! Sir Hillary wird mit der unreinen linken Hand geweckt.
Der Damei Lala kredenzt ein Frühstück und lädt zum Radfahren und Sightseeing ein. Man folgt der Einladung. Vorbei an den touristischen Highlights der Stadt landet man endlich in einem Biergarten und trifft auf des Damei Lalas spanische Freunde und Familie Öli. Hola Chica. Man lacht.
Despedida es una espada aguda.
Letzte Vorbereitungen. Auf, auf zum Airport. Ein Junggesellinnen-Abschied hält die Reisenden fälschlicherweise für Thailand-Touristen.
Ein letztes Kreativ (Bier). Ups, der Check-In schließt in 5 Minuten. Leben am Limit. Hier trennen sich die Wege der 3 Reisenden. Der Damei Lala steigt in sein eigenes Flugzeug.
Sir Hillary bringt das ganze Unternehmen auf Grund eines gefährlichen Einhandmessers in Gefahr. Noch mal gut gegangen. Abflug.

You're sexy and we know it

Leuchtkondome und Lollies für alle.

 

Nepal Klassenfahrt

Rayk 18 und Steffen 19 auf dem Weg zur Klassenfahrt...

Samstag, 1. April 2017

Viva España

Dancing

Los jetzt

Aufbruch

Sir Hillary und Dancing brechen am späten Nachmittag gen München auf. Abschied ist ein schweres Scharf.
Schulterblick Caro ist pünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Etwas verspätet kommt Popeye (der Informatiker) und ist somit der Vierte im Mitfahrgelegenheitsbunde. Standesgemäß wird Mörcedes gefahren. Man führt schmale Gespräche.
Kurz vor Ankunft verfährt sich Schulterblick Caro und hadert mit sich selbst. Man verabschiedet sich mit festem Händedruck von Schulterblick Caro und begrüßt den Damei Lala mit sanftem Händedruck.
Man kehrt ein und wird nach westlichem Brauch schon nach einer halben Stunde bedient. Öli stößt hinzu. One-two-three Techno.
Der Damei Lala erfindet einen Parkplatz. Aber nur bis früh um 7.
Dancing übt am Rucksack.
Es kehrt Müdigkeit ein.

Nachtrag

Das Bild

Rucksacktraining

Die perfekte Body Posture...

Sonntag, 12. März 2017